Spionage, Widerstand und Kalter Krieg – 70 Jahre Stasi-Knast Bautzen II
Shownotes
Im August 1956 übernahm die Staatssicherheit ein altes Strafgefängnis in Bautzen. Es sollte zu einem der geheimsten und berüchtigtsten Orte der DDR werden: Bautzen II, umgangssprachlich bekannt als "Mielkes Privatknast".
In dieser Episode blicken wir zurück auf die Gründungsphase des Stasi-Gefängnisses. Wir sprechen mit der Historikerin Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen, und dem Spionageexperten Dr. Ronny Heidenreich darüber, warum dieser Ort geschaffen wurde, welche besondere Rolle er im Sicherheitsapparat der DDR spielte und wer die Menschen hinter den dicken Mauern waren.
Im Mittelpunkt stehen Sigurd Weber und Jens Leck. Das Geschwisterpaar spionierte in den 1960er- und 70er-Jahren für den Bundesnachrichtendienst (BND) in der DDR und wurde dafür in Bautzen II inhaftiert. Erfahren Sie, wie die beiden angeworben wurden, welche Informationen sie sammelten – und wie ihr Leben 1978 mit der Verhaftung jäh zerrissen wurde. Während Sigurd Weber zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, erhielt ihr Bruder Jens Leck 15 Jahre. Hören Sie Original-Töne aus dem Prozess gegen Sigurd Weber und begleiten Sie die Geschwister in ihren Erinnerungen an ihre Haft, den Agentenaustausch und ihr Leben nach der Entlassung.
Diese Folge schaut in die Abgründe des Kalten Krieges und stellt sich der notwendigen Auseinandersetzung um die Frage, wie wir heute Spionage, Widerstand und politische Verfolgung historisch einordnen.
Transkript anzeigen
00:00:05: Verbotene Zone in der Podcast der Gedenkstätte Bautzen.
00:00:56: regimekritische Frauen und Männer aus Ost- und West.
00:01:10: Verbotene Zone, das Gespräch.
00:01:13: Im August neunzehnhundert sechsundfünfzig übernimmt des Ministerium für Staatssicherheit ein Gefängnis im Bautzen.
00:01:21: Aus Bautsen zwei wird eine Haftanstalt die bald als eines der geheimsten Gefängnisse der DDR berüchtigt sein wird.
00:01:30: Wer kam hierher?
00:01:32: Warum wurde dieses Gefängnes geschaffen Und was bedeutet das für die Menschen hinter dem Mauer?
00:01:38: Darüber rede ich mit zwei Expertin und zwei ehemaligen Häftlingen.
00:01:44: Zunächst darf ich Silke Kliwin herzlich begrüßen, die Leiterin der Gedenkstätte Bautzen, die im ehrmalischen Stasi Gefängnis Bautsen II eingerichtet wurde.
00:01:54: Einen schönen guten Tag und herzlich willkommen!
00:01:56: Hallo Herr Tschöner.
00:01:58: Frau Klebin, was unterscheidet Bautzen II von all den anderen Gefängnissen in der DDR?
00:02:05: Bautzens II war ein ganz besonderer Haftort.
00:02:10: Bautze II nahm im Strafvollzugssystem eine absolute Sonderstellung ein.
00:02:15: Anders als in allen anderen Strafgefängnisse hatte hier die Stasi weitreichende Sonderrechte.
00:02:23: Nicht das zuständige Innenministerium entschied wer nach Bautsen kam sondern das Ministerium für Staatssicherheit.
00:02:32: Das Ministerium bestimmte, welche Gefangenen ihre Strafe hier verbüßen mussten, überwachte und isolierte die Gefangenem, führte Verhöre durch, kontrollierte ihre Kontakte und setzte ganz gezielt Spitzel unter den Häftlingen ein.
00:02:48: Und es war so dass bei ganz besonders prominenten Gefangenenen Erich Mielke sogar persönlich Eingriff.
00:02:55: der langjährige Minister für Staats-Sicherheit entschied mitunter selbst über die Unterbringung und darüber, welche Informanten also welche Spitze zur Überwachung eingesetzt wurden.
00:03:08: Nicht ohne Grund wurde Bautzen II umgangssprachlich lange als Milkes Privatknast bezeichnet.
00:03:14: der Begriff bringt diese Sonderrolle nämlich ziemlich gut auf den Punkt.
00:03:19: insgesamt wie ist die Staatssicherheit?
00:03:22: rund zwei tausend vierhundert Menschen nach bautzen-II ein fast zweitausend Männer und auch etwas mehr als vierhundert Frauen.
00:03:30: Sie kamen nicht nur aus der DDR, sondern auch aus der Bundesrepublik, aus Westberlin und aus mehr als zwanzig anderen Ländern.
00:03:40: Aus Sicht des Stasi handelte sich bei all diesen Inhaftierten um besonders gefährliche Gegner des Staates – um sogenannte Staatsfreunde.
00:03:50: Sie sollten ihre Haft deshalb nicht in einer normalen Haftanstalt verbüßen sondern unter direkter Aufsicht der Staatssicherheit.
00:03:59: Und wie außergewöhnlich die Zusammensetzung der Gefangenen hier war, zeigt uns ein Blick in das Belegungsbuch.
00:04:07: Da waren nämlich am ersten Juli, twohundsechzig, waren ninety-fünf Prozent der Häftlinge als Staatsverbrecher markiert.
00:04:16: Etwa vierzig Prozent von ihnen waren wegen Spionage für westliche Geheimdienste verurteilt worden darunter auch zahlreiche Überläufer aus den Reihen der Staatssicherheit selbst.
00:04:30: Mehr als dreißig Prozent der Heftlingsgesellschaft war wegen Fluchthilfe oder Fluchtversuchen verurteilt worden und viele andere Urteile lauteten auf staatsfeindliche Verbindungsaufnahme, oder staats feindliche Gruppenbildung – das waren im Straftatbestände mit denen die SED-Diktatur politische Gegner und Kritiker kriminalisierte.
00:04:55: Wer genau nach Bautzen II eingewiesen wurde, das war kein Zufall.
00:05:01: Eine Dienstanweisung des Ministeriums für Staatssicherheit aus dem März, leckte ganz detailliert fest welche Personengruppen ihre Haftstrafe in Bautsen II zu verbüßen hatten.
00:05:13: Und diese Dienstanweisungen macht deutlich, welche zentrale Rolle Bautson II im Sicherheitsapparat der DDR gespielt hat?
00:05:32: Anweisung zur Sicherung der politisch-operativen Aufgaben der Hauptabteilung IX in der Strafvollzugseinrichtung Bautzen II des MFS vom sechzehnten März, und.
00:05:46: die Straffollzugseinrichten Bautsen II sind solche rechtskräftig verurteilten Personen einzubeisen.
00:05:53: Die während ihrer Strafverbüßungen unter anderem aufgrund ihrer Gegend die DDR begangenen Straftat ihrer vor der Inhaftierung ausgeübten Tätigkeit, ihrer Kenntnis über Arbeitsmethoden des MFS, ihrer Zugehörigkeit zu imperialistischen Geheimdiensten, Zentren der politisch-ideologischen Diversionen oder zum Menschenhändlerbanden besonders abgesichert unter intensiver Kontrolle gehalten und weiter operativ bearbeitet werden müssen.
00:06:25: Darüber hinaus sind alle rechtskräftig verurteilten weiblichen Personen aus dem NSW bis auf weiteres zur Strafverbüßung in die SDVE Bautzen II einzubeisen.
00:06:38: Leiter der Hauptabteilung, Oberst Dr.
00:06:41: Fister.
00:07:07: die vom SED-Regime zugewiesen wurde.
00:07:10: Wie dürfen wir uns das vorstellen?
00:07:13: Es sind keine Dokumente oder gar Weisungen aufhindbar, die den bis dahin normalen Gefängnis diese neue Funktionen zuwiesen haben.
00:07:23: Aber wir konnten eben rekonstruieren, dass im Frühjahr dektausendzehn fünfzig damit begonnen wurde ... Die Haftanstalt leer zu ziehen.
00:07:33: Auch Bautzen II wurden keine neuen Gefangenen mehr eingeliefert, und nach und nach wurde der vorhandene Gefangenenbestand verlegt – zumeist nach Bautsen I in die große Haftanstalt am Stadtrand.
00:07:46: Anfang August war das Haus dann leer.
00:07:49: Es wurde flüchtig renoviert und die Umwährungsmauern wurden von zweieinhalb auf vier Meter erhöht.
00:07:55: Es wurden also noch mal zusätzlich abgesichert Und aus den Berichten ehemaliger Heftlinge wissen wir, wann die Geschichte der Stasi Sonderhaftanstalt Bautzen II begann.
00:08:06: Nämlich konkret am frühen Morgen des neunten Augusten.
00:08:12: Die ehemalingen Häftlinge schilderten das in der Nacht vom achten auf dem neunte August ein Kommando des Ministeriums für Staatssicherheit.
00:08:21: Einhundert vierundzwanzig Strafgefangene aus dem Isolationsbereich der Strafvollzugsanstalt Brandenburg-Görden nach Bautzen brachte.
00:08:31: Für diesen Transport setzte die Stasi einen Konvoi aus rund zwölf gefangenen Transportwagen ein, begleitet wurde er von zwei Funkwagen und mehreren Kratmeldern – und nach mehrständiger Fahrt erreichte dieser Nacht- und Nebeltransfer dann bei Morgengrauen sein Ziel.
00:08:51: In das leerstehende Gefängnis wurden die Männer einzeln auf die Zellen verteilt.
00:08:57: Am nächsten Tag, das ist wieder aktenkundig, wurden alle Neuzugänge im Haft-Eingangsbuch registriert.
00:09:06: Dieses Buch diente bereits seit neunzehntfünfzig dazu, jeden Zugang und jeden Abgang in Bautzen II zu dokumentieren.
00:09:14: Die erste Belegung der neuen Haftanstalt wurde vollständig am zehnten August neunzentsechsundfünftig eingetragen alphabetisch von A bis Z. Der erste registrierte Häftling war Siegfried Altenkrüger, der letzte Karl Zippler.
00:09:30: Und mit diesen onehundertzwanzig Einträgen begann die Geschichte der Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II.
00:09:53: Ich freue mich jetzt mit einem ausgebiesenen Spionageexperten sprechen zu können.
00:09:58: Herzlich willkommen Herr Dr.
00:09:59: Ronni Heidenreich!
00:10:01: Sie sind Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Vermittlung und Forschung des Stasiunterlagenarchivs im Bundesarchiv.
00:10:10: Ihnen Einen schönen guten
00:10:11: Tag.
00:10:12: Guten Tag, hallo!
00:10:13: Herr Haydenreich, wer waren denn diese besonderen Heftlehne?
00:10:17: Welche Delikte wurden Ihnen vorgeworfen?
00:10:21: Die Anneler, die am neunten August nach Bautzen II überstellt wurden – das waren alles hochkarätige Mitarbeiter westlicher Geheimdienste.
00:10:30: Das heißt Agenten aber auch hauptamtliche Führungsoffiziere, die in die DDE entführt worden waren.
00:10:36: und unter diesen Anneln, das war eine große Überraschung befand sich sogar vierzig Mitarbeiter der Stasi selbst, die wiederum für westliche Geheimtienste gearbeitet
00:10:46: hatten.
00:10:48: Sie haben ja zur Erstbelegung von Bautzen II geforscht.
00:10:52: Was war das Ziel Ihrer Untersuchung?
00:10:55: Was haben sie herausgefunden und gab es Erkenntnisse, die sie womöglich selbst überrascht
00:11:00: haben?
00:11:01: Wir wissen seit langem, dass Bauten II am neunten August, neunzehn, neuneinhalbund sechsundfünfzig aus der Taufe gehoben wurden.
00:11:07: Es war allerdings lange Zeit nicht klar warum also welchen Zweck die Stasi dann verfolgen.
00:11:11: Und eine Möglichkeit, sich diese Frage zu nähern war eine systematische Untersuchung der Tatvorwürfe.
00:11:17: Das heißt was wurde diesen Leuten die nach Bautzen II überstellt wurden vorgeworfen?
00:11:22: Was ich zeigte, war recht eindeutig Die Einrichtung der Sonderauftalt in Bautsen ging offensichtlich auf einen Bestreben Der Stasi zurück westliche Spione und Dessertöre aus den eigenen Reihen hierzu isolieren.
00:11:35: Dafür waren zwei Gründe Nach meiner Ansicht ausschlaggebend.
00:11:39: Erstens, die Verfolgung westlicher Spionage in der DDR war bis Mitte der fünftiger Jahre eine Domäne des sowjetischen Geheimpolizei – also das KGB.
00:11:48: Denn diese und nicht die DDR-Geheimpolizie war dafür verantwortlich, eben westliche Agenten zu verhaften oder abzuurteilen.
00:11:57: Das ändert sich sich ab derzeit aus der KGB grundlegend mit der Stadtsicherheit gemeinsamen Spionage-Abwehroperation im großen Stil durchführte.
00:12:06: Der Leinen, damit zwischen den GDR und KGB, wurden nun in Haftanstalten unterzubringen.
00:12:16: Und das wiederum stellte die DDR vor ein Problem.
00:12:21: Den Wisslang war es so, dass Akku-Ultralte vermeintlich und tatsächliche Westliche Erkenntnen, die so Wettbewerb und verbracht wurden oder dort in den Lagern des Gulags festgehalten wurden.
00:12:32: In nineteen fünfundfünfzig Adenauer reist auch Moskau und erreicht die Freilassung unter anderem genau dieser Person.
00:12:38: Kehren dann viele Verurteilte vermeintliche und tatsächliche Spionee in die DDR um die Bundesrepublik zurück.
00:12:46: Walter Ulrich der damalige Parteichef in der DDR sagte allerdings im März neunzehnhundertundsechsundfünftig eben mit Blick auf diese Rückkehrer das man hochrangiger Agenten und Spioner weiterhin in den Gefängnissen festhalten müsste.
00:13:00: Die Gefängnisse der DDR waren jedoch auf deren Unterbringung praktisch nicht vorbereitet, ebenso wenig wie auf die infolgede NDDR ja damals noch laufenden Spionagenprozesse ständig wachsende Anzahl dieser besonders sensiblen Gefangenen.
00:13:14: Herr Dr.
00:13:15: Heidenreichum genau deshalb wurde also eine Sonderhaftanstalt gebraucht.
00:13:21: Genau so stellte es sich da.
00:13:23: Da kam nämlich ein drittes Problem dazu, KGB und Stadtsicherheit waren sich einig, dass die Gefängnisse in der DDR, die der Volkspolizei also dem Innenministerium unterstanden, das die viel zu unsicher sein.
00:13:33: Und deshalb fiel dann offenkundlich nach sowjetischem Vorbild die Entscheidung einen Sondergefängnis der Stasi einzurichten.
00:13:40: Das bekannteste sowjetische Beispiel ist dir die Haftanstalt der zentralrosischen Vladimir.
00:13:46: ebenfalls sahrreiche prominente Dissidenten, aber eben auch Mitarbeiter bestlicher Geheimdienste inhaftiert wurden.
00:13:51: Insofern kann man sagen dass die öffentliche Ankündigung Url riecht aus dem Märzstickundfünfzig, die pissermaßen als Geburtsstunde des Sondergefängnisses Borzen II gähren kann das dann ja ein halbes Jahr später tatsächlich auch eingerichtet wird.
00:14:05: Die Funktion als Sonderhaftanstalt für überfühlt westliche Agenten besteht sich dann auch bei den ab neunzehnsechzig in BorzenII inhaftierten Frauen.
00:14:14: Dort fehlen zwar noch komplette systematische Erhebungen zu den konkreten Tatverwürfen, aber es zeichnet sich ab, dass auch dort unter dem laffizierten Frauen viele prominenten Spionagefälle vertreten waren.
00:14:25: Unter anderem Erika Lokkenwitz, die für die CIA gearbeitet hat, ohne sie Gutweber, die in den Sechziger-Jahren für den Bundesnachrichtendienst täglich gewesen war.
00:14:36: Herr Dr.
00:14:36: Heinreich, hat sich denn dann die Belegung bis zum Ende der DDR grundsätzlich geändert oder veränderten sich womöglich die Bedrohungsszenarien?
00:14:45: Spionagedelikte blieben auch in den folgenden Jahren im Bau zu zwei Stetsprominent vertreten.
00:14:52: also der Anteil schwankte zwischen einem Drittel und mehr als der Hälfte.
00:14:57: da liegen noch keine komplett genauen Zahlen vor aber die Tendenz zeigt sich ab.
00:15:02: Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass sich noch in den Fünfzigerjahren das Häftlingsprofil änderte.
00:15:07: Mit Wolfgang Harig oder Walter Janker zwei berühmte Dissidenten in der DDR kam eine neue Gruppe von Gefangene nach Bautzen II die wegen politischer Kritik an der SED inertiert wurden und abgeurtheit wurden.
00:15:19: Diese Entwicklung stand im Zusammenhang mit den veränderten Sicherheitsbedürfnissen der Staatspartei Denn die seit ausdeutschland anhaltende Massenspionage, westliche Dienste war durch das zurückliegende massive Spionage-Abwehrvorgehen von KGB und MFS bis nach der Fünffünfzig wesentlich eingedämmt.
00:15:38: Und damit auch zurückgedrängt wurden.
00:15:39: Die SED-Führung erklärte deshalb die innere Herrschaftssicherung zur Hauptaufgabe und damit die Schwerpunktmäßige Verfolgen von Reginkritikern wie Hanka und Yarich.
00:15:53: Diese fanden sich dann in Bauzehnzweil wieder.
00:15:55: Was gleichwohl nicht bedeutet, dass ab den fünftiger Jahren die westliche Spionage zum Ende kam im Gegenteil.
00:16:01: Die blieb.
00:16:01: bis zum Mauerbau steht einer aus Sicht der Stasi und er ist die erhebliche Sicherheitsrisiko für
00:16:06: die DVR.
00:16:07: Herr Dr.
00:16:08: Heidenreich, dann sage ich bisherhin vielen Dank!
00:16:11: Wir hören uns später noch einmal im Verlauf dieser Episode.
00:16:29: Mit zwei ehemaligen Häftlingens Gespräch kommen, möchte ich einen Moment innehalten und in ein Dokument zugehört bringen, das die ganze Härte des Systems zeigt.
00:16:40: Es ist die Urteilsbegründung im Prozess gegen Siegurt Weber.
00:16:44: Im Februar neunzenhundertneunundsiebzig wurde sie zu lebenslanger Haft wegen schwerwiegender subversiver Verbrechen gegen die deutsche demokratische Republik verurteilt – Die Anklage Spionage für den Bundesnachrichtendienst.
00:17:00: Wir haben den Originalton aus der Gerichtsverhandlung.
00:17:04: Hören Sie selbst und spüren sie, mit welcher Sprache oder Überzeugung hier ein Schicksal besiegelt werden sollte.
00:17:13: Im Ergebnis der Hauptverhandlungen wurde erneut bewiesen, dass der Bundesnachtendienst als Organ der Bundesregierung der BRD fortgesetzt Grundprinzipien des Völkerrechts sowie völkerrechtlich verbindliche Verträge und Normen verletzt, und die Souveränität sozialistischer Staaten missachtet.
00:17:34: Die von BND-Betriebene vielgestaltige subfasive Tätigkeit zielt darauf ab, mittels der etiologischen Diversion als einer Behauptmethode der Konterevolution, die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung zu schwächen im friedensgefährdenden
00:17:51: Kurs
00:17:52: aggressiver himbalistischer Kreise Kräfte durchzusetzen und damit verbunden, militärische Aggressionen konzeptionell vorzubereiten.
00:18:01: Die Antietracht hat wir hier festgestellt über
00:18:04: mehr
00:18:05: als zehn Jahre mit hoher Intentität feindlich gegen die deutsche demokratische Republik
00:18:10: gehandelt und sie kann daher auch nur als Feind der deutschen demokratischen Republik gewertet.
00:18:32: behandelt Wer?
00:18:46: Lebensländlich.
00:18:48: So lautete das Urteil des Ostberliner Militärgerichts gegen Sigurd Weber im Februar neunundsehntneunundsiebzig.
00:19:13: Wie wir gerade gehört haben, wurden ihr schwerwiegendes subversive Verbrechen gegen die deutsche demokratische Republik vorgeworfen.
00:19:22: Drei Monate zuvor – im November neunnundneunhundertneun und siebzig war ja Bruder Jens Leck zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt worden ebenfalls wegen militär Spionage in schwerem Fall.
00:19:35: Sigurd Weber, Jahrgang neunzehnhundertsechsunddreißig und ihr jüngerer Bruder Jens Leck wachsen gemeinsam in Magdeburg auf.
00:19:43: Nach ihrer Ausbildung zur Laborantin wird er damals achtzehnjährigen Sigurd ein Studium verweigert.
00:19:50: Deshalb verlässt sie neunzenhundertfünfzig gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann die DDR und zieht nach Hamburg.
00:20:01: wirkt der Bundesnachrichtendienst zunächst ihren Ehemann an.
00:20:05: Zwei Jahre später beginnt auch Sigurd Weber für den BND zu arbeiten.
00:20:10: Sigurd Webber und ihr Ehemmann werden vom BND für Militärspionage ausgebildet, sie sollen die Belegung von sowjetischen Kasernenen und Informationen über Panzer, Raketen- und Radaranlagen sammeln.
00:20:25: Daneben interessiert sich der BND aber auch für die Stimmung in der Bevölkerung und die wirtschaftliche Lage.
00:20:32: Jens Leck, Jahrgang nineteenhundertfünfundvierzig hat nach seiner Lehre zum Molkereifachmann eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert.
00:20:42: Er ist im altstädtischen Krankenhaus in Magdeburg tätig.
00:20:45: Als Sanitäter hatte Zugang zu sowjetischen Kasernen- und Militärangehörigen Und damit zu Informationen Die für den BND von großen Interesse sind und seinem Schwager zusammenzuarbeiten, um dem BND Informationen zu liefern.
00:21:06: Um die Bedeutung der Geschichte von Sigurd Beber und Jens Leck zu verstehen, sei noch einmal an die Anfänge von Bautzen II erinnert – mit den der neunzenhundertfünfziger Jahre hatte die Stasi und das KGB den westlichen Geheimdienstens späre Niederlagen zugefügt.
00:21:23: Gerade verloren dieser Zeit hunderte Spionen und Spione
00:21:28: in
00:21:28: der DDR.
00:21:30: Die Lage verschlimmerte sich nach dem Mauerbau weiter, Nach der Grenzschließung riss der Kontakt zu vielen V-Leuten in der DDR ab.
00:21:39: Die meisten wurden jetzt aufgrund der engmaschigen Überwachung durch die Stasi verhaftet.
00:21:46: Ein Blick in die BND Unterlagen im Bundesarchiv zeigt, dass der westdeutsche Geheimdienst Anfang der neunsten Hundertfünfzig Jahre Dutzende Gewehrsleute in Magdeburg hatte.
00:21:58: Spätestens neunzehnhundertsechzig war aber niemand mehr vor Ort, der Polach über die Lage unterrichten konnte.
00:22:05: Der BND war nun von den Berichten seiner westlichen Partner abhängig allen voran der Amerikaner und Briten.
00:22:13: Das änderte sich Mitte der sechziger Jahre also genau zu dem Zeitpunkt als Sigurd Weber und ihr Mann angeworben werden.
00:22:21: Die Unterlagen des BND zeigen, dass der westdeutsche Auslandsgeheimdienst jetzt wieder aus eigener Kraft sehr dicht und detailliert über diese vertischen Truppeninformation sammeln konnte.
00:22:34: Diese dürften sehr wahrscheinlich die Meldung sein, die sie Gott Weber ihr Ehemann und Jens Leck zusammengetragen hatten – die Akten zeigen auch Der BND vertraute seinen Quellen im Magdeburg, sie alle erhielten von den Militär-Analisten in Pullach Bestnoten.
00:22:53: Das Interesse des BND an diesen Meldungen kam nicht von ungefähr.
00:22:58: Im Magdeborg befand sich seit Kriegsende das Hauptquartier der dritten sowjetischen Stoßarmee – noch knapp fünfzig Kilometer von der inner deutschen Grenze entfernt.
00:23:08: Im Falle eines Angriffs auf dem Westen, sollte sie innerhalb weniger Tage bis zum Rheinvorstoßen.
00:23:15: Im Westen war man sich dieser Gefahr und damit der Bedeutung dieses Verbandes bewusst.
00:23:21: Jede Information über die sowjetischen Truppen aus Magdeburg waren deshalb ganz besonders bedeutsam.
00:23:34: Sigurd Weber wird zunächst in einem Sonderobjekt verhört.
00:23:38: Obwohl die Vernehmer Deutsch sprechen, bekommt sie die Protokolle auf Russisch vorgelegt – wahrscheinlich befanden Sie sich im Gewahrsam der Sowjets!
00:23:47: Die sowjetische Spionageabwehr entscheidet nach drei Tagen den Fall an die Stasi zu übergeben was Sigurd Beber und Jens Leck wahrscheinlich von einem schlimmeren Schicksal in der Sowjetunion bewahrt.
00:24:00: Beide werden zu langen Haftstrafen verurteilt.
00:24:04: Sie kommen als besonders gefährliche Westspionne in die Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II unter dem selben Dach, aber strikt voneinander getrennt.
00:24:15: Nach zweieinhalb Jahren wird Sigurd Weber, Ninzehundert und Achtzig im Rahmen eines Agentenaustausches freigelassen.
00:24:22: Sie wird gegen die MFS-Agentin Crystal Guillaume ausgetauscht, die in der Bundesrepublik wegen Spionage verurteilt worden war.
00:24:30: Sigurd Weber kehrt zu ihrem Mann und ihrem Sohn nach Hamburg zurück.
00:24:35: Jens Leck bleibt dagegen in Haft, erst nach mehr als dreieinhalb Jahren gelingt es seiner Schwester ihn frei zu bekommen.
00:24:43: Er geht scheinbar einen Deal mit dem MfS ein und gibt vor für die DDR arbeiten zu wollen.
00:24:49: Jenz wird daraufhin entlassen und darf ihr nach Hamburg folgen – ein Jahr später können seine Frau und seine zwei Söhne nachkommen!
00:25:15: Ich freue mich sehr heute Sigurd Weber und Jens Leck begrüßen zu dürfen.
00:25:21: Beide leben heute in Hamburg, herzlich willkommen!
00:25:24: Schön dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen.
00:25:27: Wenn Sie den Blick zurückwerfen, was war der Auslöser?
00:25:32: Frau Weber fangen Sie vielleicht an.
00:25:33: Was hat sie damals bewogen für dem BND tätig zu werden?
00:25:38: Was waren Ihre Motive?
00:25:41: Meine Motive waren die Ungleichheit der Menschen in einer DDR und NRW-RD, weil ich ganz lang verwandte in eine DDR hatte von Hamburg nach Magdeburg immer festgestellt die große Unterschiede des Lebens in der DDR.
00:26:05: Und das hat mich bewogen, wir sind ein Deutschland und es hat mich gewogen dazu beitragen zu können durch meine Tätigkeit Aufklärung zu erlangen und vielleicht damit ein kleines Musiksteil zu leisten um etwas zu verbessern.
00:26:23: Herr Leck, Ihre Schwester war bereits im Westen.
00:26:26: Sie arbeiteten in Magdeburg im Krankenhaus.
00:26:29: Wie kam es?
00:26:30: Dass sie sich dann ebenfalls entschieden haben mitzumachen und wie wenn ich das zu fragen darf wurde aus ihnen beiden ein Spionageteam.
00:26:40: Die Frage war damals ob ich bereit wäre was zu sagen, wie es ja die DDR abläuft, die normale Bevölkerung, was sie so sagt, die so denkt, dass sie zufrieden sind.
00:26:53: Ja, dafür kann ich gar eine Auskunft geben.
00:26:56: Das ist ja nichts Geheimes und darauf fing das an.
00:27:00: Es war der erste Gespräch.
00:27:02: Die waren nur kurz zu Besuch in Magdeburg.
00:27:07: Und ich weiß nicht ... beim deutschen Roten Kreuz war ich tätig.
00:27:13: Läppzerstraße.
00:27:15: Krankentransport!
00:27:19: Beim zweiten Mal wurde dann gefragt was melzt vom Militär?
00:27:22: Das ist ein roter Schuh für mich.
00:27:24: Ich bin überhaupt nicht dafür.
00:27:26: Ich bin überzeugt, dass ich der Täter gewesen ist.
00:27:28: Ich habe ein kleiner Junge angefangen ohne Kreuz und davon meine Wilde helfen.
00:27:35: Und dann ... Nee!
00:27:36: Da haben wir das jetzt bereit aufgebaut.
00:27:41: Was hältst du davon?
00:27:44: Wenn die?
00:27:44: im Westen bauen sich diese Raketen auf?
00:27:47: Im Osten haben sie auch die Dinger.
00:27:51: Was hab ich gesagt?
00:27:52: Wir zeichnen davor nicht.
00:27:54: Ich war nicht schon begeistert, beidseitig nicht.
00:27:56: Dadurch kommt die Tätigkeit weiter erklärt, dass da abgeschafft wird bei Verhandlungen.
00:28:04: Man sagen kann, ihr habt das stehen, wo ich hab's stehen auch diese Geräte, dass sie durch den Hörf abgebaut
00:28:13: werden.".
00:28:15: Sie wurden ja beide ausgebildet Frau Weber!
00:28:18: Was
00:28:18: war das für eine Ausbildung?
00:28:21: Was hatten Ihnen beigebracht und ... war Ihnen von Anfang an klarbig das Risiko, als Sie dabei eingehen.
00:28:30: Wenn ich hier bin, nein da habe ich nicht so darüber gedacht gelacht.
00:28:33: Ich wollte eigentlich nur teilnehmen daran um etwas zu schlossen und es zu verbessern.
00:28:44: Wir hatten einen Führungsoffizier der damit alles im Geheimen bleibt zu uns nach Hause kam.
00:28:52: Nicht dass wir irgendwo in einem Restaurant die Gespräche führten Und es war zum Beispiel ein sehr enges Verhältnis, dass sie wurde dieser sogenannte Herr Frenkel gegen eine Frau.
00:29:06: Mein hat ausgetauscht und so eng sollte das Verhältnissen auch nicht sein.
00:29:13: Wenn wir wussten, dass wir einen Besuch abstatten in Magdeburg, mein Mann und ich ... uns auf Dinge hingewiesen, auf die wir achten sollten.
00:29:22: Was im Moment wichtig war, denn es waren ja sogenannte Reisespione und von uns gab es ja mehrere viele und dann wurden diese Angaben verglichen.
00:29:38: und wenn da irgendwelche Fehlstellung waren, der wurde gesagt gucken Sie doch da noch mal nach das.
00:29:45: und dass Wir haben zuerst nur Straßenbau, die zufrieden hat der Bevölkerung.
00:29:57: Und da habe ich Fragen gemacht auch gesehen.
00:29:59: Angebote Nachfrage im Konsum und dann hat sich das eben ausgeweitet auf die Kaserden in Magdeburg also sogenannte Militärspionage.
00:30:12: Wir haben sind geschult auf alle Militärtechnik Im nachhinein Eiltet Militärtechnik, die auch noch vorhanden war und dann nachher auf die Neue.
00:30:25: Und die Unterschiede, darauf wurden wir aufmerksam gemacht, dass man denn feststellen konnte von BND neue Technik, alte Technik aufgrund unserer Angaben Wir durften nichts fotografieren, wir mussten das alles im Kopf behalten und wenn wir von unserer Reise zurück kamen, haben wir euch ... Das war alles geplant durch Telefonate, ich biete das in unserer Wohnung wieder ab des Gesprächs und wir wurden sofort abgefragt, dass man nichts vergisst.
00:30:57: Das war eigentlich immer die Grundlage.
00:30:58: Wir wurden immer darauf hingewiesen, worauf wir achten sollten!
00:31:02: Also wir hatten Christen einen Plan was wichtig war.
00:31:07: Nun habe ich damals perfekt russisch gesprochen und konnte natürlich auch Kolonnen an Ihren Nummern schildern, ob es Einheitskolonnen waren oder gewürfelte Kolonnen.
00:31:20: Also das konnte ich dann immer feststellen und wichtig war immer Frühjahr im Sommer da waren die Militäraufmärsche Und da war's eben wichtig dass wir eben dann auf viele Dinge achten.
00:31:38: Wir mussten auch darauf achten Die Offiziere, die Embleme was es für eine Waffengattung war Das konnte man mit einem Blick ja sehen.
00:31:51: Wir wussten darüber, dass ein Oberster war, weil er immer einen Laufjug bei sich hatte.
00:31:59: Zwei Meter hinterher ging immer ein Laufjugel.
00:32:03: Ja das ist im Grunde erstmal das was wir ausführen mussten und berichten sollten.
00:32:13: Wie haben Sie denn Ihre Informationen gesammelt ohne, ich sage es mal so, aufzufallen?
00:32:18: Welche Momente waren denn da womöglich gefährlich.
00:32:23: Wir hatten Einreise manchmal durften wir mit dem Auto einreisen und manchmal eben nur mit der Bahn.
00:32:30: Wir mussten dann wenn wir mit der Baden anreisten auch darauf achten ob an der Grenze wurde ja alles abgeschottet.
00:32:38: Dann ließen die Hunde durch die Varons Und die Toys wurden abgeschlossen und das sollten wir eben auch alles beobachten, ob das immer gleich war.
00:32:53: Wir mussten immer einen Weg eine Möglichkeit finden wenn wir waren ja immer Besuch bei unseren Angehöhlen zu sagen wir möchten mal in Magdeburg bis sie spazieren gehen wieder.
00:33:05: aber man war im Magdeburger Bohren Wir wollten mal ein bisschen alleine spazieren gehen und da haben wir dann unsere Aufgaben mit erledigt.
00:33:15: Das war ja meistens im Herrengrug Magdeburg, was irgendwie das bekannt ist.
00:33:20: Da waren auch die ganze Kaserne.
00:33:23: Dann sind wir auch mit der Straßebahnen gefahren und konnten von der Straßebahn beim Vorbeifahren in die Arealerheit schauen und konnten sehen, was für Waffengattung dort drin war.
00:33:37: Dann hat man dann schnell die Aufgabe, ich meine ... Und wichtig waren immer, ob auch die Areale besetzt oder nicht.
00:33:47: Das war eben alles Kleinigkeiten.
00:33:49: Es war aber keine Kleinigkeiten, es war immer sehr wichtig, ob aufgerüstet wurde.
00:33:55: Was haben wir da wiedergegeben?
00:33:59: Wie gesagt, alles alleine und schweigen wie ein Grab gegenüber anderen.
00:34:04: Das war das
00:34:05: Wichtigste.".
00:34:06: Herr Leck, welche Rolle spielten Sie als Sanitäter?
00:34:09: Und warum?
00:34:11: Frage ich jetzt mal, waren Ihre Informationen für den BND so wertvoll... ...und wie kamen die Infos von Magdeburg an dem BND?
00:34:20: Ich fahre mit dem Krankenwagen unterwegs, im ganzen Besuch Magdeburger Stadt Magdeburg und des Autobahns Marienborn-Helmstedt.
00:34:29: Da war ja unser Übergang, bis da durften wir fahren bis Marienste und viel abzuholen.
00:34:34: Und in auch im Stadtgebiet waren sehr viele russische Soldaten auch mit angehöhlen.
00:34:41: Sie lebt Woten dortmit.
00:34:43: Und wenn wir als russisch Patienten waren, verdienten Becherkrankungsabüber liefern, da absetzen und hier ohne Form weiter wurde überprüft, dann konnten wir wieder verschwinden.
00:34:59: Der Straßenbahn-Titur gemacht, einmal im Monat abgefahren.
00:35:04: Herrn Krog in Wehrer Kasannen beidseitig mit Teilung durch den ersten Zeit übergeben als Familie Weber und später programmen wir dazu andere Möglichkeiten.
00:35:20: Hatten Sie in den Jahren Ihrer Tätigkeit für dem BND jemals den Verdacht dass die Stasi Ihnen auf der Spur sein könnte?
00:35:30: Nein, gar nicht.
00:35:31: Das war ja alles ... keine Aufzeichnung und nichts dergleichen.
00:35:36: War alles vollkommen normal gewesen, glaubt man?
00:35:40: Aber Sie wurden dann schließlich verhaftet?
00:35:43: Ja.
00:35:44: Können Sie sich an dem Moment Ihrer Verhaftung erinnern?
00:35:47: Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
00:35:49: Ich war ganz schön erschockt vor dem ... ich war zurzeit als Reservist eingezogen worden.
00:35:56: Hab vorher nichts gehabt mit dem Militär.
00:36:00: Und dann wurde es heißt zwei Wochen, wo ich bei Schwerin war.
00:36:05: Ich stationiert und der Hilfspazier werden verlegt nach einer Halle.
00:36:10: Wir brauchen einen Sanifahrer, der ist ja noch entlastet worden und für die kurze Zeit, wo sie hier sind, waren wir uns in Ausbildung.
00:36:17: Sind Sie ein Saniffahrer?
00:36:19: Er hat in Ordnung reingestiegen.
00:36:21: Dann sagt er eine von mehreren Personen PKB, die mir alles gleich gesagt haben.
00:36:26: Es gibt Männer, die werden umdirigiert Standortwechsel.
00:36:31: Da hat er gesagt, ich muss mal kurz austreten.
00:36:34: Ich bin bald reingefahren und war in ein paar Gebäude ausgestiegen.
00:36:38: Dann kam der Herr entgegen und klappte seinen Ausweis auf.
00:36:42: Statt Sicherheitsdienst haben sie uns was zu sagen.
00:36:48: Erstmal nicht.
00:36:49: Und dann hat der Herr Erf schon diese Sachen erzählt.
00:36:53: Dann merkte man, dass etwas im Laufen ist.
00:36:56: Sie wurde dort in diesem Haus eine Nacht verhört Und morgens ging es dann weiter nach Rohnsteinhausen.
00:37:07: Da bekam der der Haftbefehl, Offiziere statt Sicherheit.
00:37:13: Sie haben das Urteil bekommen, fünfzehn Jahre Haft.
00:37:17: Das hat sich bestimmt angehört wie ein langer grauer Tunnel.
00:37:21: Wir haben sie diesen Moment verarbeitet.
00:37:23: Was war Ihr erster Gedanke nach der Urteilsverkündung?
00:37:27: Erst mal die Vernemer.
00:37:31: Sie waren sehr, sehr höflich immer mit ihren Urteilen lebenslänglich rüber runter.
00:37:36: Es war Gang gebe und es war mein froh eigentlich nur dann für Österreichen fünfzehn Jahre bekommen.
00:37:45: War erleichtert ein bisschen.
00:37:47: Das ist ja eine Hausnummer wie das schön hieß.
00:37:52: Das muss weitergehen.
00:37:58: Aufgeben gibt's nicht!
00:38:01: Frau Weber, Sie wurden im Januar neunzehnhundertneunundsebzig zu lebenslangerhaft verurteilt.
00:38:08: Ein außergewöhnlich hartes Urteil.
00:38:11: Wie haben Sie den Moment der Urteilsverkündung erlebt?
00:38:16: Ich wurde ja vorbereitet.
00:38:17: Mein Bruder ist ja vor mir verhaftet worden und das Urteil ausgesprochen worden.
00:38:24: Und dann habe ich sie bei Nima ... Er hat beim Verliebenen mich gefragt, womit ich rechne.
00:38:29: Er hat mir dann uns gesagt, dass mein Bruder fünfzehn Jahre bekommen hat und da hab' ich den gesagt das bleibt für mich also lebenslänglich.
00:38:39: Und dann hat er gesagt nein wir haben auch noch rüber ab aber das machen wir nicht mit ihm gesagt.
00:38:47: getan Ich hatte ein deutigem Prozess und im anderen Tag wurde denn das Urteil verkündet.
00:38:59: Ich habe ja nur gewusst, dass ich Lebensrealität nicht bekomme.
00:39:06: Ja...
00:39:08: so richtig beschreiben kann man das nicht was in Leinen vorgeht.
00:39:15: Ja, bevor ich wieder nach Hohenschönhausen, da ich war noch ein Ohaft zurückgefahren wurde, dann kam ich zu Furchtbahn Weinkrampf bekommen und dann hat mich diese eine Betreuerin Ein Haft betreuerend, mir ein Glas Wasser gereicht.
00:39:38: Ich hatte so eine kleine Zelle da im Gericht mit den Worten... Also eine Tablette auch ...mit dem Worten auch lebensläglich ist vergänglich.
00:39:51: und da habe ich gedacht wie hat sie das jetzt gemeint?
00:39:56: Vergänglich dass ich hier sterbe oder vergänglig dass noch etwas Gutes passiert kann.
00:40:08: Naja, ich bin dann für die Formalitäten ja erst noch mal wieder zurückgekommen in die U-Hafe, Hohenschönhausen und wie er bekannt ist wurde ich darüber informiert dass mein Bruder nur entlassen wird so wurde es dargestellt.
00:40:30: wenn nicht für die andere Seite ihre Seite arbeiten würde bin natürlich darauf eingegangen aber das ist ja alles schon fest gehalten in den Akten.
00:40:41: Ich habe das später auch in meinen Unterlagen die Korrespondenz gefunden.
00:40:47: Die Weberwirt zu funktionieren, wir haben ja noch ihren Bruder.
00:40:52: Sie wollten mein Bruder in die DDR entlassen, wurde mir jeweils gesagt und das wäre für ihn der Untergang seines Lebens gewesen.
00:41:06: Denn er hat ja gegenseitig stark gearbeitet.
00:41:09: Er war eine DDR-Bürgerin.
00:41:13: Dann wurde geschult.
00:41:16: Das kannte ich ja nun von der einen Seite schon.
00:41:20: Da hat sich nichts groß geändert und die waren so von mir überzeugt, dass sie wirklich glaubwürdig wirkt.
00:41:30: Dass ich dann irgendwann auch arbeite ... Ich bin nach Bautzen gekommen und wurde da immer ab und zu übergeschult.
00:41:38: Irgendwas vor, das war eine Zelle geholt usw.
00:41:44: Und die haben auch noch keinen Verdachtgeschäft.
00:41:46: Die haben wirklich geglaubt, weil ich meinen Bruder schützen wollte, dass ich das ihnen durchziehe.
00:41:58: Über die Zeit im Bautzen würde ich sehr gerne mit Ihnen sprechen, Herr Leck.
00:42:02: Sie waren seit April neunzehnhundertneunundsiebzig in Bautsen zwei inhaftiert.
00:42:08: ihre Schwester sie haben schon angedeutet kam rund zwei Monate später.
00:42:13: Wussten Sie, dass sie im selben Haus inhaftiert waren?
00:42:18: Ja.
00:42:19: Im selben Hause oder anderen Blockteil, da wusste ich, die Nachricht ging sehr schnell.
00:42:24: Wir klopfen und klappern wie es ist.
00:42:28: Denn ich war vorher in Berlin mit vier Bundesbürgern zusammen auf Erzelle, nur mit Bundesbürgerinnen.
00:42:36: Und die wussten dann meine Geschichte, wir haben gleich durchgegeben, denn ich weiß, was da ist.
00:42:44: Das ist eine Ordnung, das war die wichtigste.
00:42:47: Sie lebt!
00:42:48: Und wie haben sie in dieser Zeit der Haft womöglich Kontakt zueinander halten können?
00:42:54: So und wie gar nicht.
00:42:56: Besuch war nicht möglich.
00:42:58: Einem Freund zählt zur Zelle mich umschließen lassen bei einer anderen Mithelflinge, der sich dann zu den Frauen fragt wo ich ihn mal kurz sehen konnte aber da war er noch nicht extra.
00:43:11: nochmal gitter zwischendurch ihrem Fenster.
00:43:13: Als wir es mal kurz gesehen war doch beruhigt, sie ist da.
00:43:18: Frau Weber-Herr Leck, wie sah denn der Alltag in diesem Gefängnis aus?
00:43:22: Was war für Sie am schwersten zu ertragen und welche Rolle ich frage mal so spielten Verhöre, Kontrollen und Überwachung?
00:43:32: Also wir morgens sehr früh aufstehen.
00:43:38: Denn die Zellen ein bisschen ordentlich wurden vor mir mit aller... In Sassin zusammen, die hatte dreizehn Jahre gekommen.
00:43:45: Es war aber ein Indizienprozess, die hat wirklich nichts gemacht und Meldung machen alles in Ordnung aufstehen oder aufgeschlossen keine Vorkommnisse was sollte auch schon los passieren.
00:44:01: das war also.
00:44:02: dann haben wir gearbeitet.
00:44:05: Wir haben für die Obbachwerke, die im Bau tätig waren schützen zusammengebaut.
00:44:12: es ging von morgens um Ja, acht.
00:44:16: Mittags war der Pause, waren eine halbe Stunde Freigang und bis um fünf.
00:44:23: Und da ... wer wollte, dann wurde man nicht zugezogen.
00:44:28: aber wir waren alle froh, wenn wir aus den Zellen rausfahren die zellten hat ja keine Kliken.
00:44:34: haben wir denn immer noch den Polizeitrag sauber gehalten durften wird er da doch putzen.
00:44:41: Und es war wichtig, dass heute immer in Bewegung war.
00:44:44: Dass er mit jemand anderem zusammen war.
00:44:47: Das Schlimmste ist die Einsaubkeit!
00:44:49: Ich habe ja in Wunsch-in-Hausen Einzelhaft gehabt und das war das Aller-Allerschlübste.
00:44:59: Die Einzelhaft... ich hab gesprochen, hat mir meine eigenen Antworten gegeben.
00:45:07: Ich würde sagen wir werden so vereinsaubt und es ist zu still um ein.
00:45:13: hab ich am allerschlimmsten empfunden.
00:45:15: Nachher, als wir im Bau waren und warnt tagsüber zusammen bei der Arbeit, sonst waren wir ja immer verschlossen.
00:45:26: Da hat man das ein bisschen besser ertragen.
00:45:30: Ja, das war eigentlich ... Sonntags hatten wir, konnte man bügeln.
00:45:37: Man wurde immer weggeschlossen.
00:45:38: Ganz egal was man gemacht hat, weil er war weggeschlossen eine Tätigkeit gehabt, oder ... das war eben sehr wichtig.
00:45:47: Wir durften auch Bücher uns ausleihen und lesen.
00:45:51: Das war auch in Hohenschönhausen.
00:45:54: Wenn man sich gut geführt hat, konnte man ein Buch bekommen zum Lesen natürlich auf die Stadt ausgerichtet.
00:46:02: Ja, das war so der Ablauf der Meiste.
00:46:08: Darf ich einmal so fragen?
00:46:10: Gab es womöglich Unterschiede im Vollzug der Haft
00:46:23: bei Westdeutschen und Ostdeutsch?
00:46:50: Es war sehr, sehr ernüchternd alles.
00:46:54: Wir wurden ein bisschen... Wie waren die Staatsfeinde?
00:46:58: Wenn wir in den Staat verraten, wurde es öfter wieder erwähnt von dem Personal weniger.
00:47:04: Die haben abgebunken, gehen zu rein, zugeschlossen und das erledigt.
00:47:10: Gab es etwas was ihnen geholfen hat, die Haftzeit besser zu überstehen?
00:47:17: Wir haben eben angefragt mal wegen Lernen Englisch lernen.
00:47:21: Da haben wir Schulwücher bekommen.
00:47:25: Einer unserer Gruppe, der konnte ein bisschen mehr Englisch und hat eine Freistunde, wenn wir draußen im Hof fahren, das musst du lernen die Vokabeln.
00:47:32: Ja da ist ein bisschen englisch gelammt aber alleine mit Aussprache wird es sehr, sehr schlimm, aber war beschäftigt!
00:47:41: Und ich habe in Marzell auch täpische geknüpft, so ne Wandteppiche war ich sie wieder.
00:47:50: Und Frau Weber bei Ihnen gab es auch so Momente, wo Sie gefühlt haben.
00:47:54: Das hilft mir jetzt?
00:47:55: Ja wir mussten das aber immer anmelden alles.
00:47:59: Wir konnten Fernsehen natürlich nur des DDR-Fernsehens sehen.
00:48:04: Mussten wir aber sagen, dass wurde gefragt zum Beispiel Kesselbundes.
00:48:07: Das war eine ganz bekannte DDR-Sendung.
00:48:11: und dann konnten wir hoch in die vierte Etage in Bautzen.
00:48:15: Kunden mussten aber anmelden, sonst nicht.
00:48:18: Da haben sie uns aus der Zettel raus und wir durften oben eben dort den Film ansehen oder aber ein Umschluss für schöne Scheiplatten so Konzerte.
00:48:29: wer sich dafür interessierte war Plattenspieler.
00:48:33: das war aber immer nur ab Wochenende.
00:48:36: Und dann habe ich auch gesagt man möchte das gerne Möchte gerne teilnehmen und dann konnte man sich einschreiben lassen.
00:48:43: Und wurde dann auch abgeholt von dem Personal, und jetzt haben wir oben zusammengesessen mit Frauen, die das interessierte und haben so ein bisschen Gehegel dabei, ganz ich glaube mal Hegelkonto oder nicht, aber wie gesagt, dass man eine kleine Gemeinschaft war, dass er sich mal austauschen konnte.
00:49:04: Das war sehr hilfreich!
00:49:07: Frau Obeva, Sie wurden im Rahmen eines Agentenaustauschs freigelassen.
00:49:13: Wie fühlt sich ein solcher Moment an plötzlich frei aber mit einer Geschichte die man ja nicht einfach abstreichen
00:49:20: kann?
00:49:21: Also ich habe vorher nie gewusst dass ich überhaupt.
00:49:24: für mich war das lebensläglich.
00:49:28: und trotzdem der Mensch will leben Und ich hatte ja noch mein Sohn, und mein Mann war wirklich auf aller Seite.
00:49:35: Obwohl er das große Glück nicht verhaftet wurde, weil er damals nicht mit einreist war.
00:49:42: Die Fahndung nach ihm war auch wenn ausgestellt aber ich bin alleine nach Magdeburg gefahren.
00:49:48: Und wusste ja nicht dass mein Bruder schon verhaftete.
00:49:51: Er war ja nur eingezogen als Reservist.
00:49:54: Sonst wäre ich ja gar nicht eingeräst.
00:49:57: Ich wurde dann... Der Dr.
00:50:00: Vogel, das war ja unser aller Anwalt ... der hat mir auch wenig Hoffnung gemacht.
00:50:06: Das durfte er nicht.
00:50:08: Er war ein DDR-Anwalt aber er hat auch versucht viel zu bewegen.
00:50:15: Bei Weber nach meinem Orte hatte er drei Jahre da und fünf Jahre da.
00:50:19: Und es kann noch ein ganzes Leben lang so bleiben.
00:50:23: Damals war ja so kalter Krieg.
00:50:25: Und das war natürlich sehr ausschlaggebend für uns.
00:50:28: Es fand ja nichts statt.
00:50:30: Es war keine Austauschstatt, ich hatte da überhaupt keine Ahnung von.
00:50:35: Ich wurde während der Arbeit aus meinem Arbeitsbereich herausgerufen, musste in meine Zelle.
00:50:45: Da kriegte mir eine Palette, da sollte ich alles einladen was zu meinen Eigentum war und die Naturallien ... Haben sie gesagt, ob ich die Evente vergeben möchte?
00:51:02: Habe ich gesagt.
00:51:02: Die könnte mein Bruder bekommen.
00:51:05: Mein Mann konnte mir immer Pakete schicken, weil wir im Akkord gearbeitet haben und den kriegte ich für einen Paketschein eine Bewilligung.
00:51:15: Und dann hat man mir immer ... Er wusste ja, die Mängel da dort.
00:51:23: Da hatte ich so ein bisschen ... Schokolade und also was, das habe ich denn alles.
00:51:29: Was ich da noch hatte, habe ich meinem Bruder.
00:51:32: Und mein Bruder hat es bestätigt, später hat auch alles bekommen.
00:51:36: Ich wurde von daraus nach Karl-Marx geschickt wieder in ein Gefängnis.
00:51:44: Die Abwicklung dieser Art finden nicht in Bauten statt.
00:51:49: Karl Marx, also Chemnitz, kam wieder eine Zelle mit zwei anderen zusammen die auch mit uns ausgetauscht wurden weil weibliche Häftlinge.
00:51:59: Und dann kamen wir in eine völlig verschwutzte Zelle, kriegten auch wieder Garderobe unterschiedlicher Art, so größer, einviertig und dreinvierzig zum Beispiel.
00:52:14: Ich hatte ja Sonderkost, ich hatte noch löslichen Kaffee, konnten wir nicht ... Es wurde kein Heißwasser geliefert also es war nur kein Wasser in der Zelle.
00:52:26: Und die Sonderkost ... Gott, ich war mal ein Stück Wurst oder so.
00:52:34: Da war ich ... vor zehn Tagen in Karmarkstadt.
00:52:38: Da fanden die ganze Abwicklung statt und ich wusste immer noch nicht, dass ich freikomme.
00:52:47: Warum?
00:52:47: Ich hab nicht gewusst, warum ich nach Karmarksand übergesiedelt wurde.
00:52:54: Bis es dann ein bisschen der Dr.
00:52:56: Vohl ... Mit einem Gespräch wird dann gesagt hat, dass ich ausgetauscht werde und da ging das ganz schnell.
00:53:05: Die Personen die dafür vorgesehen waren, haben wurden in ... Wir kamen zu einem VW-Transporter.
00:53:11: wir durften mit dem Fahrer nicht sprechen, der hatte eine dicke Hornbühle auf Und es war für mich, spielte sich in Herninghausen ab.
00:53:22: Da wohnen denn die Vom Osten in die Weste, da fand das Stadt.
00:53:27: Wir haben aber keinen gesehen aus dem Osten.
00:53:30: Es wurde an der Tiefgarage abgehandelt und wir runtergefahren.
00:53:35: Und dann hat er außerhalb stattgefunden sehr unübersichtlich für uns.
00:53:42: Dann habe ich die damaligen Minister, die dort damals tätig waren empfangen gelommen.
00:53:50: Ich war noch eine Nacht In einem kleinen Hotel, bis ich am nächsten Tag nach Hamburg gebracht wurde.
00:53:59: Und dann lebte ich da wie in so einer kleinen Suite.
00:54:02: und was ich gemacht habe... Ich hab den ganzen Nacht die Tür klicken kann auf und zu.
00:54:08: Die Türen auch und zugemacht!
00:54:11: Das war für mich ein Wunder, dass sich wieder eine Tür klinken konnte, wieder raus und rangehen.
00:54:20: Ja Das war eigentlich dann.
00:54:23: Und da wurde ich nach Hamburg gefahren und mein Mann hat man erst einen Tag vorher Bescheid gesagt, es sollte schon Mahlstadt finden!
00:54:32: Sie wollten ihm ersparen, dass das vielleicht nicht wieder klappt.
00:54:36: Er war damals zusammengebrochen, er hat es sich geklappt.
00:54:39: Und dann haben sie gedacht, diesmal wollten die ganz sicher sein, dass ich wirklich schon im Westen bin.
00:54:51: Das war's eigentlich.
00:54:53: Ich habe dann zu Hause die Weite nicht ertragen, ich hab mich dann wochenlang immer in mein Bett eingeschlossen und brauchte dieses kleine Raum um klarzukommen.
00:55:09: Der Mann hat sich dann gegeben.
00:55:17: Wie hat sich denn der BND nach ihrer Rückkehrverhalten bekommen Sie da Unterstützung?
00:55:23: Ja nein es war also sofort, ich bin dann nach München in eine Klinik erst mal gebracht worden.
00:55:31: Mein Gesundheitszustand wurde überprüft und sie haben sich wirklich gekümmert, ich habe auch einen Telefonnummer wo ich immer anrufen konnte oder einem Pseudo.
00:55:46: Wenn ich irgendwas hatte, konnte ich mich da melden.
00:55:50: also das war wirklich... Ich war immer in Verbindung mit dem BND und es wurde mir alles Gute zu befürchten was im Moment möglich war.
00:55:59: Herr Lexi konnten nach ihrer Haft nach Hamburg gehen.
00:56:03: Wie war das Ankommen im Westen?
00:56:05: Wie war es Leben beinahe?
00:56:06: Hat das geholfen, die Haftzeit zu verarbeiten?
00:56:10: Doch hat geholpen.
00:56:11: Aber vor der ersten Zeit war es ein großer Schock, wo ich an einer Grenze stand.
00:56:17: Fünfe oder später habe ich meine Stadt über Kundeerkennung bekommen.
00:56:22: Eine Nacht geschlafen und morgens ging's halt im Auto zur Grenze, herrleshause.
00:56:26: Wehbrab!
00:56:28: Und dann ... Es standen mehrere Leute dort, auch Dr.
00:56:31: Vogel und er ging es weiter ohne Kommentar.
00:56:36: Der Fahrer sagte jetzt begrüße ich sie!
00:56:39: Ich bin den von zwei BND Beamten Bussener Gießen bei Unbekannt hier.
00:56:46: Einen nach da geblieben, dann kam die Johann Bieler, habe mich denn nach Hamburg gebracht.
00:56:52: Er hat wie jetzt ausbringend mich zu meiner Schwester, da ich erstmal Halt habe, dass doch etwas viel schlimmer war... Die ganze Einflüsse, was man gesehen hatte.
00:57:04: Ich habe mich gut eingelebt.
00:57:05: Halbisjahr in Hamburg nur zur Fuß gegangen.
00:57:09: Wo ich die Wohnung hatte von Elbgaustrasen bis Phamsens zur Fuß.
00:57:14: Paar Meter sind das ja... Aber ich wollte kennenlernen und wollte Ruhe haben.
00:57:18: Laufen, laufen, laufen!
00:57:20: Die Beklemmung war weg.
00:57:23: War frei.
00:57:24: Und selbstverständlich geht da lang.
00:57:27: Keiner mehr da stehen bleiben.
00:57:30: Das
00:57:30: war ein Riesunterschied.
00:57:32: Ja, und heimjährig arbeitsgefunden war ich ein glückster Mensch.
00:57:36: Und dann gleichzeitig kam meine Frau und meine Kinder nach.
00:57:41: Erlauben Sie mir eine ganz private Frage?
00:57:44: Wie hat all das erlebte, sag' ich mal, Ihr Verhältnis als Geschwister beeinflusst?
00:57:50: überhaupt nicht!
00:57:51: Wir waren... Ich war ja kleiner Puppe gewesen als Kind Das blieb auch so auf wenn ich etwas größer geworden bin.
00:58:00: der Zusammenhalt war Wir waren sechs Kinder.
00:58:04: Jeden, der seinen Partner gehabt hat.
00:58:05: Da war meine Partnerin.
00:58:07: Ich besorgen hatte Fragen, Schwester.
00:58:21: Nachhinein wüsste er Leichto noch mal aber es war aufgehoben weil alles abgeschlossen ist.
00:58:26: die Sache.
00:58:28: Meine letzte Frage an Sie beide Wenn Sie heute zurückblicken, würden sie die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit dem BND noch einmal so treffen.
00:58:41: Schwere Entscheidungen!
00:58:43: Es war... Man hat uns etwas auflaufen lassen können und überhaupt nichts passieren.
00:58:50: Das war etwas sehr verharmlosen alles, aber gut gemacht.
00:58:55: Man hat doch nicht geglaubt, ich habe keine Bilder, nichts mehr zu mir herlaufen weil ich da oben ... Kopfspeichere.
00:59:02: Aber das war da sonst ... Nachhinein, die Betreuung war sehr gut nach Betreuungen.
00:59:11: Da war's ein paar bisschen schwierig.
00:59:15: Das Risiko von haben und was bekommen?
00:59:18: Wie haben Sie sie empfunden Frau Weber?
00:59:22: Ich hab es ein bisschen anders empfundet.
00:59:26: Bei mir stand im Hedelgrund einfach der Mensch.
00:59:29: Und zwar Menschen, die ich lieb habe, die schätze Auch wenn das jetzt so sich entwickelt hatte, wie es sich entwickelt hat.
00:59:40: Ich würde es immer wieder machen.
00:59:46: Als der Krieg zu Ende war und Soviet und Amerikaner war ja der Unterschied von der Aufarbeitung sehr groß.
01:00:00: Im Westen wurde geholfen und in dem Osten wurde nur demontiert.
01:00:09: Deswegen wollte ich eigentlich versuchen, einen Teil dazu beizutragen, dass wir wieder an Deutschland sind.
01:00:17: Frau Webererleck, vielen Dank für Ihre Zeit!
01:00:21: Vielen Dank fürs Gespräch und herzliche Grüße nach Hamburg!
01:00:25: Ja – und wir grüßen ganz herzlich nach Bautzen!
01:00:42: Noch mal mit Ihnen vertiefend im Gespräch.
01:00:45: Warum lohnt sich Ihrer Meinung nach der Blick auf die Gründungsphase von Bautzenzwo heute noch?
01:00:52: Sie sind der Auffassung, dass die Aufarbeitung und die wissenschaftliche Erforschung des SED-Staates nach bin ich zu wenig differenziert auf die Verfolgungs- und Justizpraxis blickte.
01:01:06: Mit Blick auf die Gefangenen von Bautzen II würde ich aufgrund des Gesagten dafür kledieren, dass man pauschal vom politischen Gefangenein aber auch für das Kalten Krieg sprechen sollte.
01:01:20: Eben hier an diesem Ort wo Spionage und besonders schwere Fälle von Spionages bis zum Schluss einen dominierendesten
01:01:27: Lieben.
01:01:29: Dass es sich im Spionager handelte, das muss man auch sagen konnte man bereits bei Öffnung der Stasiarchive
01:01:35: in
01:01:36: Aber – und das war das Problem nicht beurteilen, denn vieles was die Stasi da aufgeschrieben hat, der schien zu konstruiert und viel zu unglaubwürdig als man dem Glauben schicken konnte.
01:01:45: Das hat sich allerdings grundlegend geändert in den letzten fünfzehn Jahren nachdem nämlich die westlichen Geheimdienste begonnen haben ihre Archive wenn auch zögerlich für die Forschung zu öffnen.
01:01:55: Seitdem haben wir nämlich die Möglichkeit, dass wir die Vorwürfe in den Stasiakten zumindest ansetzen gegenprüfen können und dabei immer wieder feststellen, dass die Ermittlungen der Stadt-Sicherheit ein schlüssiges Bild ergregen.
01:02:07: Weide Punkte nun zusammenzudenken um die Stasi-Akten auch ein größerweise neu zu bewerten das ist ein Zugegeben Ziemlich schwieriges Unterfangen einerseits, weil angesichts der nach wie vor nur zögerlichen Freigabe im Westen viel Kleinteiliger und auch uns auf frustrierende Recherche notwendig ist.
01:02:25: Andererseits sind das es auch nicht so vernachlässigen werden durch solche neue Interpretationen gewohnte über jahrzehnte eingeübte Sichtweisen in Frage gestellt was viele Orts aus verständlichen Kunden auch auf Widerstände trifft.
01:02:39: Trotzdem glaube ich, beides zu überwinden und zu einer neuen Sichtweise auf das Problem Spionage zu kommen.
01:02:45: Das ist eine der zentralen Herausforderungen die wir für uns in Zukunft in der Forschung aber auch in der Vermittlungsarbeit stellen müssen.
01:02:53: Erinnerungspolitisch erachten Sie den Umgang mit Spionagen als diskussionswürdig – das müssen sie mir erklären!
01:03:02: Da muss man ein bisschen weiter ausholen und dazu muss man vor allem wissen, dass wir in Deutschland tatsächlich seit dem Jahr zweiundneunzig den juristischen Sonderfall haben.
01:03:12: Dass auch nachgewiesene Spionage für den Westen pauschal als politischer Widerstand heute gewährt hat entsprechend auch rehabilitiert wird.
01:03:21: In der alten Bundesrepublik war das noch ein bisschen anders.
01:03:24: Dort sah der Gesetzgeber vor, dass Mitarbeiter westliche Geheimdienste nicht als politisch verfolgt oder anerkannt werden durften weil sie einerseits eine auch im Westen strafbare Handlung, nämlich Spionage begangen hatten andererseits damit auch ihre Auftrag gebe und nicht die Allgemeinheit für die Folgen haftbar gemacht werden sollten.
01:03:41: Das war die juristische Seite.
01:03:44: Gegenüber der Öffentlichkeit oder der öffentliche Wahrnehmung wurden Spione gleichwohl in der alte Bundesrepublieke ausgeführt politische Gefangene oder Widerstandskämpfer bezeichnet, indem man die Verbindung zu westlichen Geheimdiensten als eine reine Erfindung der Stasi dargestellt hat.
01:03:58: Das war politisch damals wichtig um den unbestreitbaren Ungerichtscharakter der DDR nochmal zu betonen.
01:04:05: Gleichzeitig wurde damit aber auch der Willküraspekt ein bisschen überzeichnet Und um da sozusagen so etwas wie eine historische Gerechtigkeit herzustellen, hat dann der Bundestag im Jahr twoinundzehn beschlossen mit dem Rehabilitierungsgesetz das Spionage politischer Widerstand sei und damit praktisch in einem Atemzug die Anerkennung.
01:04:24: Das heißt, die Rehabitierung bekommen sollte.
01:04:28: anzufügen wäre dass es damals nicht ganz unumstritten war den Spionages für die DDR blieb strafbar d. h., die ergebten hatten sich vor den gesamtdeutschen Gerichten zu verantworten.
01:04:39: Gleichzeitig muss aber auch gesagt werden, dass die juristische Aufarbeitung der Westspionage moralisch absolut angemessen war.
01:04:46: Zumal sie ja – oder zumal mit diesem Schritt – die lange verwehrte offizielle Anerkennung der Frauen und Männer, die sich dort engagiert hatten hergestellt wurde.
01:04:57: Nach meiner Einschätzung müssen wir uns allerdings in der Forschung und auch in der Vermittlungsarbeit ehrlich machen um glaubwürdig zu sein.
01:05:04: Denn ich finde, dass eine Verurteilung wegen Spionage oder einer Verurteilung – weil mir Grundrechte wie Meinungsglaubens- oder Versandungsfreiheit verweigert werden – ganz unterschiedliche Verfolgungsgeschichten erzählen, die man so auch in ihrem Kontext beschreiben muss nicht zuletzt um auf den Schicksal der Betroffenen gerecht zu
01:05:22: werden."
01:05:45: Der Fall von Sigurd Weber und Jens Leck zeigt noch einmal sehr deutlich, welche besondere Rolle Bauzen II für die DDR und ihre Staatssicherheit hatte.
01:05:56: BauzenII war der Haftort für Personen, die in spektakuläre Spionagefälle verwickelt waren.
01:06:04: An keinem anderen Ort der DDR wurden so viele hochrangige Spionen und Personen aus prominenten Geheimdienstfällen inhaftiert.
01:06:16: Lange haben wir die Spionagefälle vor allem unter dem Blickwinkel der politischen Verfolgung betrachtet.
01:06:22: Heute wissen wir, dass wir differenzieren müssen, denn nicht jeder Spionagesvorwurf war frei erfunden oder konstruiert und diente allein der politische Repressionen.
01:06:33: In den meisten Fällen ging es tatsächlich um geheimdienstliche Aktivitäten.
01:06:39: Solche Fälle haben ganz andere Logiken
01:06:42: als
01:06:43: Opposition- oder Widerstand gegen die SED.
01:06:46: Sie dürfen deshalb nicht länger pauschal unter politischer Verfolgung subsumiert werden.
01:06:52: Ihre Geschichten unterscheiden sich von denen der Gegner und Regime Kritiker, und genau diese Unterschiede müssen wir sichtbarer machen und stärker in unsere Bildungs- und Vermittlungsarbeit
01:07:03: einbeziehen.".
01:07:04: Die Gedenkstätte Bautzen bleibt der zentrale Erinnerungsort für politische Verfolgungen in der DDR – zugleich!
01:07:13: ist die Gedenkstätte aber auch ein Erinnerungsort an den Kalten Krieg und die Konfrontation der Geheimdienste aus Ost- und West.
01:07:22: Damit erzählt die Gedingstätte nicht nur ein wichtiges Kapitel der DDR Geschichte, sondern auch der europäischen und internationalen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.
01:07:33: Diesen erweiterten Blick auf Bautzen II gilt es künftig stärker zu betonen.
01:07:39: Das
01:07:39: war Silke Kleveen, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen.
01:07:42: Vielen Dank für Ihr Besuch!
01:07:45: Tschüss Herr Tschöner vielen lieben Dank.
01:08:02: Damit schließen wir unsere heutige Episode über die Geschichte von Bautsen II Über Spionage Widerstand und den Kalten Krieg.
01:08:11: Ein Gefängnis das wie kein anderes Für die Repression des SED-Regimes steht Aber auch ein Ort an dem Menschen trotz aller Isolation Und Kontrolle ums Überleben kämpften wie unsere heutigen Gäste Sigurd Weber und Jens Leck.
01:08:27: Ich danke allen Beteiligten für die Gespräche und den Einblick in ein Stück deutsche Geschichte, das uns noch lange beschäftigen wird!
01:08:35: Wenn Sie mehr erfahren möchten besuchen sie die Gedenkstätte Bautzen.
01:08:40: bleiben Sie neugierig und hören Sie beim nächsten Mal wieder rein wenn wir uns Aufspuren suche in die verbotene Zone begeben.
01:08:50: Bleiben Sie aufmerksam.
01:09:10: Verbote Nationen, der Podcast der Gedenkstätte Bautzen.
01:09:13: Musik Richard Zitoff, Grafik Peter Lehmann, Redaktion Uwe Tschörner.
01:09:18: Eine Produktion der Lauset-Zauwort-Manufaktur herausgegeben von der Gedingstätte Bauzen unter dem Dach der Stiftung Sächsische Gedenksstätten.
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